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Spruzit Neu

Spritzmittel gegen saugende und beißende Insekten und Spinnmilben im Gemüse- und Zierpflanzenbau

Notfallzulassung gegen Apfelblütenstecher im Kernobst
15.02.2019 – 14.06.2019

Zulassungserweiterung für Grünspargel und Baby-Leaf-Salate

Hinweis

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  • Wirkung gegen Larven und Eistadien
  • schnelle Sofortwirkung
  • breite Zulassung in vielen Kulturen
  • kurze Wartezeiten
  • Kombination aus 2 Naturwirkstoffen
  • für integrierte und biologische Produktion geeignet

Verfügbare Abpackungen:

5 und 20 Liter Kanister

Wirkstoff

4,59 g/l Pyrethrine, entspr.
18,36 g/l Natur-Pyrethrum;
825,3 g/l Rapsöl

Zusammensetzung von Pyrethrum

Natur-Pyrethrum enthält 6 verschiedene Pyrethrine. Den größten Anteil machen Pyrethrin I und Pyrethrin II aus, daneben sind auch Cinerin I, Cinerin II, Jasmolin I und Jasmolin II enthalten.

Informationen zu den Wirkstoffen

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Spruzit® Neu  enthält die Wirkstoffe Natur-Pyrethrum und Rapsöl. Natur- Pyrethrum wird aus einer in Afrika wachsenden Chrysanthemenart (Chrysanthemum cinerariaefolium) gewonnen. Der eigentliche Wirkstoff, die Pyrethrine, ist in den gelben Blütenköpfchen der Pflanzen enthalten. Als zweiten Wirkstoff enthält Spruzit® Neu  Rapsöl.

Wirkungsweise

Natur-Pyrethrum gelangt in erster Linie über die Hautöffnungen (Stigmen) in den Körper der Insekten. Durch den Zusatz von Rapsöl wird die Außenhaut der Insekten aufgeweicht, sodass die Pyrethrumaufnahme in den Insektenkörper deutlich erhöht ist. Im Insektenkörper schädigt Pyrethrum die Reizweiterleitung im Nervensystem und führt so zu einem raschen Absterben der Schädlinge.

Für Warmblüter besitzt Pyrethrum dagegen nur eine geringe Toxizität. Natur- Pyrethrum wird durch Sonnenlicht und Sauerstoff rasch abgebaut. Dadurch hat Spruzit® Neu  in vielen Kulturen eine kurze Wartezeit.

Der zweite Wirkstoff von Spruzit® Neu , das Rapsöl, besitzt eine sehr gute Wirkung auf die Ei-Stadien von Schädlingen. Dies ist insbesondere bei der Bekämpfung von Spinnmilben, Weißen Fliegen, Wollläusen und Thripsen wichtig. Rapsöl wirkt zusätzlich auch auf die erwachsenen Stadien, indem es die Atmungsorgane (Tracheen) schädigt.

Von der Zulassungsbehörde zugelassene Anwendungsgebiete

Spruzit Neu

EinsatzgebietAufwandmengeEmpfohlene Wasseraufwandmenge/ha
für optimale Benetzung
Gemüsebau-FreilandBlattläuse an Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl), Kohlrabi, Porree, Zwiebelgemüse (Nutzung als Trockenzwiebel)6 l/haIn max. 600 l Wasser/ha
Beißende Insekten an Gemüsekulturen-Stellflächen an Jungpflanzen in Anzuchtgefäßen; an Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl), Kohlrabi, Spinat und verwandte Arten
Saugende Insekten (ausgen. Große Johannisbeerblattlaus) an Kopfsalate, frische Kräuter, Bindesalat, Schnittsalat, Römischer Salat
Saugende Insekten an Wurzel- und Knollengemüse (ausgen. Süßkartoffel); an Spinat und verwandte Arten; an Gemüsekulturen (Jungpflanzen)
Freifressende Schmetterlingsraupen (ausgen. Wickler (Tortricidae)) an Kopfsalate, Bindesalat, Schnittsalat, Römischer Salat
Blattläuse an Gurke und Hülsengemüse< 50 cm: 6 l/ha,
50-125 cm: 9 l/ha,
>125 cm: 12 l/ha
600 l Wasser/ha
900 l Wasser/ha
1200 l Wasser/ha
Beißende Insekten an Hülsengemüse und Spargel
Spinnmilben an Hülsengemüse – nur zur Befallsminderung
Saugende Insekten, beißende Insekten (ausgen. Minierfliegen, verstecktfressende Schmetterlingsraupen) an Grünspargel6 l/ha400-600 l Wasser/ha
Saugende Insekten, beißende Insekten (ausgen. Minierfliegen, verstecktfressende Schmetterlingsraupen) an Salat-Arten, Spinat und verwandte Arten, Stielmus, Blattkohle zur Nutzung als Baby-Leaf Salat
Saugende Insekten, beißende Insekten (ausgen. Minierfliegen, verstecktfressende Schmetterlingsraupen) an Speiserüben, Kohlrübe, Radieschen, Rettich, Erbse zur Nutzung als Baby-Leaf Salat
EinsatzgebietAufwandmengeZugelassene Wassermenge/ha
Gemüsebau-
Gewächshaus
Beißende Insekten, Saugende Insekten an Gemüsekulturen (Jungpflanzen)6 l/haIn max. 1000 l Wasser/ha
Blattläuse an Kohlrabi, Saugende Insekten (ausgen. Große Johannisbeerblattlaus) und Freifressende Schmetterlingsraupen (ausgen. Wickler (Tortricidae)) an Kopfsalate, Bindesalat, Schnittsalat, Römischer Salat6 l/haIn max. 600 l Wasser/ha
Saugende Insekten an frische Kräuter6 l/haIn max. 600 l Wasser/ha
Blattläuse, Spinnmilben an Tomate< 50 cm: 6 l/ha,
50-125 cm: 9 l/ha,
>125 cm: 12 l/ha
600 l Wasser/ha
900 l Wasser/ha
1200 l Wasser/ha
Zierpflanzen im GewächshausFreifressende Schmetterlingsraupen (ausgenommen Wickler (Tortricidae)) Blattwespen, Blattfressende Käfer6 l/haIn max. 1000 l Wasser/ha
Weiße FliegeSpritzkonzentration: 1,5%ig
< 50 cm: 9 l/ha,
50-125 cm: 13,5 l/ha,
>125 cm: 18 l/ha
600-1800 l/ha
Je nach Pflanzengröße
Spinnmilben und Saugende Insekten
(ausgenommen Kalifornischer Blütenthrips)
Spritzkonzentration: 1%ig
< 50 cm: 6 l/ha,
50-125 cm: 9 l/ha,
>125 cm: 12 l/ha
600-1800 l/ha
Je nach Pflanzengröße
Schildlaus-Arten (inkl. Woll- und Schmierläuse)Spritzkonzentration: 2%ig
< 50 cm: 12 l/ha,
50-125 cm: 18 l/ha,
>125 cm: 24 l/ha
600-1800 l/ha
Je nach Pflanzengröße

Versuchsergebnisse

Wirkungsgrad von Spruzit® Neu  (Mittelwerte aus mehreren Versuchen)

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Pflanzenverträglichkeit

Spruzit® Neu  hat sich in umfangreichen Versuchen, bei bestimmungsgemäßer Anwendung, als gut pflanzenverträglich erwiesen. Keine Anwendung bei direkter Sonneneinstrahlung. Aufgrund der großen Arten- und Sortenvielfalt im Zierpflanzenbau empfehlen wir, vor der Behandlung größerer Bestände Probespritzungen an Einzelpflanzen durchzuführen, besonders hinsichtlich der Blütenverträglichkeit. Bei Weihnachtssternen, Gerbera, Lantanen, Farnen, Ficus Arten, Ageratum und Basilikum können die Behandlungen unter Umständen zu Blattschäden führen.

Spruzit® Neu
hinterlässt keine Spritzflecken auf den Blättern. Behandelte Pflanzen bekommen teilweise eine matt glänzende Oberfläche („Blattglanzeffekt“).

Spruzit® Neu
 
kann im Spritzverfahren auch bei Hydrokulturen eingesetzt werden.

Mischbarkeit

  • Spruzit® Neu  kann mit PROFI Vital KaliumAktiv  gemischt werden. Keine Mischung mit Delan WG oder Schwefelpräparaten. Keine Anwendung von Spruzit® Neu  kurz vor oder nach einer Behandlung mit den genannten Produkten.

  • alle Tankmischungen sind grundsätzlich unverzüglich nach dem Ansetzen auszubringen.

  • vor der Behandlung des gesamten Bestandes müssen die Tankmischungen vorher mittels Probespritzung auf Pflanzenverträglichkeit getestet werden.
  • siehe auch Tabelle auf Seite 5.

Anwendung

1
024780-60

Bei der Anwendung von Spruzit® Neu  sollte folgendes beachtet werden:

1. Spritzung bei niedrigen Temperaturen und geringer Sonneneinstrahlung
Spruzit® Neu 
wirkt umso besser, je geringer die Temperaturen bei der Spritzung sind. Deshalb sollte die Anwendung vorzugsweise in den Abend- oder frühen Morgenstunden erfolgen. Bei Temperaturen über 25 °C ist mit einer nachlassenden Wirksamkeit zu rechnen. Das enthaltene Pyrethrum wird durch den UV-Anteil des Lichtes inaktiviert, sodass die Anwendung nicht bei direkter Sonneneinstrahlung erfolgen darf.

2. Spritzung mit hoher Wasseraufwandmenge
Spruzit® Neu  ist ein reines Kontaktmittel. Daher müssen die Pflanzen von allen Seiten vollständig benetzt werden. Die Spritztechnik ist entsprechend anzupassen. Weiterhin ist es wichtig, Spruzit® Neu  mit möglichst hoher Wasseraufwandmenge zu spritzen, um eine optimale Benetzung der Pflanzen einschließlich der Blattunterseiten zu erreichen.

3. Wiederholung der Behandlung
Wir empfehlen in der Regel nach 7 Tagen eine Wiederholungsspritzung durchzuführen. Bei Dracaenenthripsen, Schild- und Wollläusen sollte die zweite Behandlung im Abstand von 14 Tagen erfolgen.

Nützlingseinsatz

Spruzit® Neu  ist gut für die Spritzung vor einem geplanten Nützlingseinsatz geeignet. Durch die schnelle Abbaubarkeit können viele Nützlinge bereits 3 Tage nach einer Behandlung eingesetzt werden. Ein Repellenteffekt gegenüber Nützlingen, wie von vielen Pyrethroiden bekannt, tritt bei der Anwendung von Spruzit® Neu  nicht auf.

Während des Nützlingseinsatzes sollten Pyrethrum-Präparate nur in kleinen Teilbereichen für Korrekturmaßnahmen eingesetzt werden, da direkt getroffene Nützlinge geschädigt werden.

Ökologischer Landbau

Spruzit® Neu  kann in biologisch wirtschaftenden Betrieben eingesetzt werden. Beide Wirkstoffe, Pyrethrum und Rapsöl, sind in der entsprechenden Positivliste der EG-Verordnung für den ökologischen Landbau aufgeführt.

Spruzit® Neu  ist in der FiBL-Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau in Deutschland gelistet.

Öffentliches Grün

Spruzit® Neu  ist im Verzeichnis nach § 17 des PflSchG für die Anwendung auf Flächen für die Allgemeinheit genehmigt und zugelassen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bvl.bund.de.

Daten zur Umweltverträglichkeit

Nützlinge

Spruzit® Neu  ist bei direktem Kontakt schädlich für relevante Nutzorganismen. Durch den raschen Wirkstoffabbau ist jedoch eine rasche Wiederbesiedlung durch Nützlinge möglich.

Bienen

NB 6641: Nicht bienengefährlich (B4).

Gewässer

Keine Wasserschutzgebietsauflage. Giftig für Fische und Fischnährtiere. Gewässerabstandsauflagen: siehe Etikett oder unter:

www.progema.de

Einstufung gem. CLP-Verordnung

Aqua. Chron. 2, H411

Hinweis

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Ggf. Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung beachten.

Über aktuelle zugelassene Anwendungsgebiete und Auflagen informieren Sie sich bitte stets unter:
www.progema.de.

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